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Selbstverwaltung: Was sagen Vertreter der Dienstnehmer- und Dienstgeberseite dazu?

Selbstverwaltung ist wichtig! Warum? Lesen Sie, was Vertreter auf Dienstgeber- und Dienstnehmerseite dazu sagen.

grüner Klecks mit Schriftzug "Wie funktioniert die Selbstverwaltung?"


Mag. Peter Genser

Mag. Peter Genser
Geschäftsführer Dr. Gerlich+co, Obmann-Stv. SGKK, Vizepräsident WKS

„Grundsätzlich hat sich die Selbstverwaltung sehr bewährt. Nur mit ihr ist sichergestellt, dass die Zahler Arbeitgeber und Arbeitnehmer in bestimmender Rolle berücksichtigt sind und nicht ferne Zentralen bestimmen.“





Gottfried Gastberger

Gottfried Gastberger
Betriebsrat Bilfinger Industrietechnik Salzburg GmbH

„Das Geld in der Sozialversicherung kommt nicht von der Regierung, sondern von uns Arbeitnehmern. Durch die Selbstverwaltung erreichen wir gerechte Sozialleistungen für jeden Mitbürger. Jeder braucht mal ärztliche Hilfe, und dann ist es gut, wenn man eine e-card hat und nicht eine Mastercard braucht um ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen zu können.“





Gerald Forcher

Gerald Forcher
Geschäftsführer Gewerkschaft der Privatangestellten Druck, Journalismus, Papier / GPA-djp

„Selbstverwaltung bedeutet, dass die Versicherten über ihre Vertreter selbst bestimmen, was mit ihren Beiträgen passiert und wie diese investiert werden. Das heißt, wir in Salzburg entscheiden, in welchen Regionen zum Beispiel Fachärzte notwendig sind oder in welchen Bereichen Kostenübernahmen für medizinische Leistungen erbracht werden. Die Salzburger Gebietskrankenkasse geht mit dem Geld der Versicherten äußerst verantwortungsvoll um und stellt sicher, dass sich die Menschen auf ihre Krankenversicherung verlassen können. Dass nun ausgerechnet die Selbstverwaltung in Frage gestellt wird, kann nicht akzeptiert werden.“



Josef Grünwald

Josef Grünwald
Betriebsratsvorsitzender der Angestellten, VERBUND Salzburg, 2. Obmann Stellvertreter Salzburger Gebietskrankenkasse

„Für die Umsetzung der anstehenden Innovationen wie Aufbau der Primärversorgungseinheiten und integrierte Versorgung brauchen wir dringend eigenständige regionale Strukturen mit autonomen Entscheidungsträgern. Eine zentrale Verwaltung kann die regionalen Probleme gar nicht wahrnehmen. Es braucht Gesprächspartner vor Ort für die Länder und Sozialpartner. Ich akzeptiere außerdem keine Schwächung der Arbeitnehmer in der Selbstverwaltung. Wir Arbeitnehmer sind die Versicherten, wir sind die Leistungsempfänger und zahlen mehr als 70 % der Beiträge in der Gebietskrankenkasse. Wir lassen uns die Selbstbestimmung nicht wegnehmen!“



Baldur Eibl
Baldur Eibl
Betriebsratsvorsitzender EMCO GmbH

„Durch das Naheverhältnis zu den Arbeitskolleginnen und -kollegen im Betrieb kann ich in der Gebietskrankenkasse die Anliegen der Beschäftigten gut vertreten. Wichtig ist mir die Gesundheit der Versicherten und dass im Krankheitsfall eine schnelle, einfache und gute Versorgung gewährleistet ist. Ein großes Anliegen ist mir das Thema Vorsorge, damit die Menschen erst gar nicht krank werden. Dadurch wird viel Leid verhindert und die Firmen als auch die SGKK haben einen Vorteil dabei.“



Mag. Michaela Fischer

Mag. Michaela Fischer
Gesundheitsreferentin AK Salzburg

„Durch die Selbstverwaltung werden die Versicherten in die Entscheidungen der Sozialversicherung eingebunden, Betroffene werden zu Beteiligten. Ich vertrete die Interessen der Arbeitnehmer und setze mich dafür ein, dass Entscheidungen in ihrem Sinne getroffen werden. Bei den Vorstößen der Regierung geht es nur um Macht und Einfluss. Die Anzahl der Versichertenvertreter wird reduziert, gleichzeitig werden die Arbeitgebervertreter mit mehr Sitzen ausgestattet. Ich lehne es ab, dass die Arbeitgeber über die Versicherung der Arbeitnehmer entscheiden. So wird die Selbstverwaltung zu einer Fremdverwaltung. Die Regierung bewegt sich verfassungsrechtlich und demokratiepolitisch auf dünnem Eis!“



Jürgen Handlbauer

Jürgen Handlbauer
Regionalsekretär GPA-djp Salzburg

„Für mich als Versichertenvertreter ist die Selbstverwaltung unersetzbar, weil sie der Garant dafür ist, dass wir ArbeitnehmerInnen selber über die Verwendung unserer Beiträge entscheiden können. Wir Salzburger ArbeitnehmerInnen wissen am besten Bescheid, welche Gesundheitsleistungen wir wo und wann benötigen! Nur eine funktionierende Selbstverwaltung vor Ort in Salzburg garantiert uns ArbeitnehmerInnen auch in Zukunft, einen unbürokratischen, zielgenauen und flexiblen Einsatz unserer Mittel im Sinne unserer Gesundheit und die unserer Familien!“



Arabela Alic

Arabela Alic
Filialleiterin Lidl Salzburg

„Durch meine Funktion nehme ich detailliert Einsicht in die Arbeit der SGKK und kann mit Stolz behaupten, dass diese transparent, nachvollziehbar und zeitgemäß ist. Falls es zukünftig diese Form von Verwaltung nicht mehr geben sollte, dann habe ich ernsthafte Bedenken und Sorgen ob die Arbeit der GKK demokratische Entscheidungen im Sinne der Versicherten treffen würde. Es geht immer noch um UNS reale Menschen mit Namen und persönlichen Geschichten und wir verdienen es mit Würde behandelt zu werden.“



Christina Becker

Christina Becker
Vorsitzende Angestelltenbetriebsrat, Lagermax Lagerhaus und Speditions AG

„Die Betroffenen sind durch ihre Versicherungsvertreter direkt an der Geschäftsleitung der Gebietskrankenkasse beteiligt und dort deren Stimme. Die Selbstverwaltung ist als Bürgerbeteiligungsmodell nah am Menschen und kann so die Bedürfnisse bestmöglich vertreten. Regional angepasste Angebote, Leistungen und Partner sind ein Schwerpunkt der Selbstverwaltung, das ermöglicht unbürokratische und „kundennahe“ Entscheidungen in der Region. Die aktuelle Situation lässt ein Zurückdrängen der Selbstverwaltung und dadurch Veränderungen und Verschlechterungen der Gesundheitsversorgung, vorbei an den Bedürfnissen der Versicherten, befürchten.“



Mag. Christoph Schulz

Mag. Christoph Schulz
ÖGB-Landesorganisation Salzburg

„Um das österreichische Gesundheitssystem werden wir weltweit beneidet. Als Versichertenvertreter ist es mir besonders wichtig, dass diese gute Qualität auch in Zukunft erhalten bleibt bzw. weiter ausgebaut wird. Aktuell werden sich ändernde Anforderungen von VersichertenvertreterInnen aus allen Regionen und Branchen rechtzeitig erkannt und können dadurch rechtzeitig Änderungen eingeleitet werden. Die im Raum stehende Zentralisierung mit Fokus auf Wien und die Abkehr von der Selbstverwaltung birgt die Gefahr, dass die unterschiedlichen Erfordernisse in den Bundesländern künftig unter die Räder geraten. Letztendlich stellt nur die Selbstverwaltung sicher, dass die Anliegen der Versicherten ausreichend berücksichtigt werden.“



Bernhard Steinberger

Bernhard Steinberger
Vorsitzender Arbeiterbetriebsrat, AustroCel Hallein GmbH

„Die Selbstverwaltung ist mir wichtig weil ansonsten nur angebliche Experten, oder noch schlimmer Computerprogramme und Algorithmen, über die gesundheitliche Entwicklung und die Versorgungsmöglichkeiten der Versicherten entscheiden. Das Mitbestimmen der betroffenen Versicherten, durch uns als deren Vertreter, bringt die persönlichen Anliegen in der Praxis zur Umsetzung!“




Bernhard Burgsteiner

Bernhard Burgsteiner
Versicherungsangestellter

„Als Mitglied der Generalversammlung seit 2001 und des Vorstandes der Salzburger Gebietskrankenkasse seit 2016, konnte ich von den Entscheidungsträgern der Direktion, des Vorstandes bis zur Generalversammlung das ehrliche Bemühen um eine bestmögliche Versorgung der Salzburger Versicherten und den bestmöglichen Einsatz der finanziellen Mittel miterleben.

Im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten wurden richtungsweisend Lösungen gesucht und Modelle erarbeitet, eine flächendeckende medizinische Versorgung auch im ländlichen Raum, abseits der Ballungsräume, sicher zu stellen (siehe Lungau, Pinzgau).

Der österreichweite Hausärztemangel ist in Salzburg durch attraktive Verträge für Allgemeinmedizin, sowie zukunftsweisende Arbeitsmodelle wie Gruppenpraxen und Übergabe-Praxis nicht evident. Alleine schon aus diesen Gründen ist eine Selbstverwaltung mit den Entscheidungsträgern vor Ort, nahe bei den Versicherten, eine nicht zu ersetzende Struktur.

Die angestrebte Reform, mit zum Teil durchaus auch notwendiger Effizienzsteigerungen, ist zu diskutieren. Die Harmonisierung der Leistungen wird bereits umgesetzt. Weitere geforderte Änderungen sind auch bei Beibehaltung der bestehenden Strukturen möglich, eine dazu zwingende Konzentration auf eine Gesundheitskasse sehe ich nicht. Die Entscheidung über die Verwendung der Beiträge unserer Versicherten muss in der Verantwortung der Direktion und der gewählten Funktionäre unserer SGKK bleiben.“



Rainer Schmidhuber

Rainer Schmidhuber
BR-Vorsitzender Stellvertreter, Salzburger Sparkasse Bank AG

„Die Selbstverwaltung im Sozialversicherungsbereich gehört zu den effektivsten und kostengünstigsten Verwaltungsformen auf der ganzen Welt. Viele Funktionäre erbringen ehrenamtlich und kostenlos Leistungen für unsere Sozialversicherungsträger. So eine Struktur muss erhalten bleiben und darf nicht aus politischem Kalkül zerschlagen werden.“




Klaus Brandhuber

Klaus Brandhuber
Betriebsrat Diakoniewerk Salzburg

„Bei der Interessensvertretung der Versicherten sind mir besonders die Bedürfnisse der Kolleginnen und Kollegen im Gesundheits- und Krankenbereich wichtig. Die Gewährleistung der vielfältigen Leistungen der GKK lässt sich nur garantieren, wenn die tatsächlich betroffenen Personengruppen, aus ihrer eigenen Mitte heraus vertreten werden. Das ist die Selbstverwaltung.

Bei der Forderung nach stärkerem Mitsprache- und Entscheidungsrecht für nicht in der GKK versicherte Personengruppen (Arbeitgeber) geht es nur darum Macht und Druck auszuüben. Arbeitnehmer/- innenrechte sollen ausgehebelt werden und Maßnahmen wie zusätzliche Selbstbehalte, Senkungen der Arbeitgeberbeiträge oder Eingriffe in die bestehenden Regelungen zum Krankenstand umgesetzt werden. Das dient nur der Gewinnmaximierung in den Unternehmen. Dazu sage ich Nein.“