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Alle Medikamente auf einen Blick: Sicher informiert mit der e-Medikation

Arzneien können Wechselwirkungen auslösen und in seltenen Fällen sogar zu lebensbedrohlichen Komplikationen führen. Die Einführung der e-Medikation bringt als erste ELGA-Anwendung die Speicherung der Medikations-Daten: Damit sind die verschreibungspflichtigen und abgegebenen Medikamente der Patienten auf einen Blick für die behandelnden Ärzte und die Apotheken einsehbar. Die Apotheker können nach dem Stecken der e-card nicht verschreibungspflichtige Medikamente ergänzen. Die Versicherten haben über das ELGA-Portal ebenfalls Zugriff auf Ihre Daten und damit einen umfassenden Überblick über ihre Medikamente.


Bunte Pillen liegen auf der e-card_Bild:ELGA GmbH/SGKK

In Salzburg hat die Einführung bei den verpflichteten Vertragspartnern am 18. Oktober begonnen – bis 22. November wird sie abgeschlossen.

Drei Medikamente können bereits Wechselwirkungen auslösen. Fünf Medikamente können bis zu 10 Wechselwirkungen haben. Jeder vierte Salzburger über 60 Jahren nimmt mehr als fünf Medikamente. Daran sieht man, wie wichtig eine laufende Kontrolle ist. So vertragen sich z. B. blutdrucksenkende Präparate häufig nicht mit Entwässerungsmitteln oder Blutgerinnungshemmer nicht mit rezeptfrei erhältlichen Schmerzmitteln. Vor allem nicht rezeptpflichtige Medikamente führen häufig zu Wechselwirkungen. Mit der e-Medikation haben Ärzte und Apotheker zukünftig alle Medikamente besser im Blick. Das bringt bestmögliche Medikamentensicherheit für die Patienten.

Patienten kommen zusätzlich vielfach mit unvollständigen Informationen zum Arzt, haben mehrere behandelnde Ärzte unterschiedlicher Fachrichtungen oder der Hausarzt ist im Urlaub. Dann kann es kompliziert werden: Wechselwirkungen, Mehrfachverordnungen und Überdosierungen können ebenfalls durch die elektronische Medikationsliste vermieden werden. Vor allem für chronisch Kranke oder ältere Menschen ist das ein wesentlicher Vorteil.

Harald Seiss, Direktor der SGKK: „Die e-Medikation ändert nichts an den bestehenden Pflichten und Verantwortungen der Partner im Gesundheitssystem. Sie ersetzt auch nicht das ärztliche Gespräch oder die Beratungen in Apotheken. Sie verbessert aber die Entscheidungs- bzw. Beratungsgrundlage für die Ärzte und Apotheker und liefert den Versicherten jederzeit aktuelle Informationen und ermöglicht ihnen so einen Überblick.“

Anmeldung mit Handy-Signatur

Für den Login in das ELGA- System (www.gesundheit.gv.at) brauchen Versicherte die Handy-Signatur. Die SGKK und ihre Außenstellen sind einige der vielen Registrierungsstellen – die Handy-Signatur ist kostenlos.
In der e-Medikationsliste sehen die Versicherten dann ihre verschriebenen und in der Apotheke bereits abgeholten Medikamente sowie ihre noch offenen Rezepte.

Ärztinnen und Ärzte

Kassenärzte, Gruppenpraxen sowie Ambulatorien sind verpflichtet, verordnete Medikamente in die eMedikationsliste einzutragen. Die behandelnden Ärzte können nach dem Stecken der e-card die eMedikationslisten ihrer Patienten einsehen. Damit erhalten sie relevante Informationen für neue Verschreibungen und können diese auf Wechselwirkungen prüfen.

Die e-Medikation bietet eine bessere Entscheidungsgrundlage für Diagnostik und Therapie, die Risiken werden minimiert. Eingesparte Zeit kann für Gespräche mit den Patienten verwendet werden. Alle Arzneimittel werden ein Jahr lang gespeichert.

Das Rezept wird unverändert in Papierform ausgedruckt. Darauf befindet sich die „e-Med-ID“, der Code zum Scannen in der Apotheke. Wird dieser Code gescannt, registriert ELGA das Arzneimittel automatisch als abgeholt.
Walter Arnberger, Kurienobmann der niedergelassenen Ärzte in der Salzburger Ärztekammer: „Wir sehen in Zukunft die Verordnungen auf einen Blick und können so besser planen. Unklarheiten mit Kollegen können wir am kurzen Weg klären, da wir die Behandler und ihre Verordnungen sehen. Hausärzte haben einen aktuellen Überblick, auch bei einem Arztwechsel, nach Besuchen bei Fachärzten oder in Ambulatorien und Ambulanzen. Wir machen das System mit der e-Medikation gemeinsam sicherer, die Kommunikation zwischen den Behandlern wird verbessert. Nicht zuletzt sehen wir Doppel- und Mehrfachverschreibungen und können z. B. bei Suchtverhalten gezielt reagieren.“

Apotheken

Die e-Medikation macht die verschriebenen Medikamente auch beim Besuch der Kunden in den Apotheken sichtbar. Die gescannten Rezepte zeigen die rezeptpflichtigen Medikamente. Nicht rezeptpflichtige Medikamente können auf Wunsch der Kunden nach dem Stecken der e-card ebenfalls in die Liste aufgenommen werden. Ohne die e-card hat die Apotheke nur Zugriff auf die Verordnungen des Rezepts.


Kornelia Seiwald, Präsidentin der Salzburger Apothekerkammer: „Der verantwortungsvolle und richtige Umgang mit Medikamenten steht im Zentrum unseres Handelns. Wir stehen voll hinter der e-Medikation und sind davon überzeugt, dass vor allem unsere Kunden sowie die Systempartner profitieren werden. Die Versicherten gewinnen Sicherheit und mögliche negative Folgen können möglichst frühzeitig verhindert werden, das System wird effizienter.“

ELGA ist die Basis

Das Programm ELGA wird derzeit zeitgleich mit der darin enthaltenen Anwendung e-Medikation von den Software-Anbietern bei Salzburger Ärzten, in Spitälern, Ambulatorien und Apotheken installiert.

Die erste Rollout-Region (Stadt Salzburg, Flachgau) wird bis 8. November, die zweite Rollout-Region (Tennengau und Bezirke Innergebirg) bis 22. November abgeschlossen. Ab diesen Terminen ist die e-Medikation von den gesetzlich verpflichteten Partnern verbindlich anzuwenden.
In Vorarlberg, der Steiermark, Kärnten und Tirol wird die e-Medikation bereits flächendeckend eingesetzt. Bis 21. Oktober 2018 waren bereits über 2.100 Ordinationen und Apotheken an das System angeschlossen. Diese haben knapp 11,9 Mio. Verordnungen gespeichert, wovon bereits 9,9 Mio. von den Versicherten eingelöst wurden.

Die flächendeckende Einführung der e-Medikation bringt eine Standardisierung der Medikationsdaten sowie eine Verbesserung der Datenqualität. Der bisherige Erfolg der laufenden Einführung nach Regionen ist Ergebnis der guten und intensiven Zusammenarbeit aller Systempartner. Bis Herbst 2019 wird die e-Medikation österreichweit im Einsatz sein.

ELGA-Serviceline

Wenn Bürgerinnen und Bürger Fragen zu ELGA bzw. zur e-Medikation haben, dann steht ihnen die kostenlose Serviceline zur Verfügung: Unter  050 124 – 4411 werden von Montag bis Freitag gerne alle Fragen beantwortet. (7 bis 19 Uhr)