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Ärztekammer und SGKK appellieren:
„Unser Gesundheitssystem darf nicht zerstört werden.“

Im Vorfeld zur parlamentarischen Beschlussfassung des Sozialversicherungs-Organisationsgesetzes (SV-OG) appellieren der Obmann der Salzburger Gebietskrankenkasse Andreas Huss und Salzburgs Ärztekammerpräsident Dr. Karl Forstner nochmals an alle Abgeordneten, das Gesetz nicht in der vorliegenden Form zu beschließen.

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Andreas Huss dazu:

„Gesundheitsexperten, Verfassungsrechtler, der Rechnungshof und zuletzt sogar der parlamentarische Budgetdienst haben den Gesetzesentwurf sowie die prognostizierten finanziellen Auswirkungen bezweifelt. Die Regierung hält an einer Reform fest, die Verwaltungskosten erhöhen und nicht reduzieren wird. Die Auswirkungen im Gesundheitswesen werden wir aber alle spüren. Es wird weniger Geld für die regionale Gesundheitsversorgung zur Verfügung stehen.

Einheitliche Leistungen für alle Versicherten wird es weiterhin nicht geben, sondern Versicherte unterschiedlicher Klassen. Wir haben Wochen und Monate damit zugebracht, auf die Auswirkungen in der Versorgung und die Gefahren für die Versicherten hinzuweisen. Offenbar will die Regierung aber mit voller Absicht ein funktionierendes, auf Solidarität basierendes Gesundheitssystem zerstören. Über die Beweggründe kann man nur mutmaßen.

Fest steht: regionale Zulieferer werden Aufträge verlieren, tausende Arbeitsplätze sind dadurch in Gefahr. Die Zusammenlegung wird nichts einsparen, sondern kosten. Mit dem fehlenden Geld im öffentlichen Gesundheitssystem wird der private Gesundheitsmarkt massiv ausgebaut. Jene, die sich das nicht leisten können, bleiben auf der Strecke. Die geplanten Änderungen stellen also keine Verbesserung oder Gleichstellung aller dar, sind keine Weiterentwicklung, sondern ein Rückschritt. Ich appelliere nochmals an alle Abgeordneten, gegen dieses Gesetz zu stimmen.“

weiter zur Presseinformation der Ärztekammer Salzburg und der SGKK vom 11. Dezember 2018 (54.3 KB)